Der längstdienende Kolumnist des deutschen Sprachraums (des Sonnensystems?) trotzt der Altersmilde
Vierzig Jahre lang hat Klaus Nüchtern im FALTER unter dem Titel „Nüchtern betrachtet“ Woche für Woche bewiesen, was eine gute Kolumne kann: überraschen, reizen, zum Lachen bringen. Er scheut sich nicht, die heißen Eisen anzufassen und Themen aufzugreifen, die andere feige liegen lassen.
In 90 ausgewählten Prosa-Piecen aus über zehn Jahren erweist er sich als zartfühlender Zeitdiagnostiker. Furchtlos beleuchtet er Phänomene wie Achtsamkeitssprech, Begeisterungsverlustangst oder Eisenbahnalkoholismus, tadelt teuflische Trends wie Burnoutstolz, Glyphenmissbrauch und Bommelhauben für Damen.
Der bekennende Schwarzbrotfanatiker und obsessive Ansichtskartenschreiber besteigt den Aufzug der Hoffnungslosigkeit und bereist exotische Destinationen wie Augs-, Würz- und Regensburg; er herzt den Pfeifhasen, basht Lars Eidinger, träumt vom Wachtelkönigmonitoring mit Saoirse Ronan und präsentiert seinen Setzkasten mit englischen Wörtern: “This curmudgeon at the haberdashery was quite discombobulated, wasn’t he?”
Ergänzt wird das Beste aus vier Jahrzehnten durch Illustrationen von Tex Rubinowitz, eröffnende Worte finden Schriftstellerin Elfriede Jelinek und Popspezialist Gerhard Stöger.
Über den Autor
Klaus Nüchtern schreibt seit 1989 für den FALTER – u.a. als Literaturkritiker, Feuilleton-Redakteur, Jazz-Beauftragter und Vogelwart. Neben einem halben Dutzend Kolumnenbänden hat er Bücher über Buster Keaton, Heimito von Doderer, Edek Bartz und „Famose Vögel“ verfasst. Er ist Staatspreisträger für Literaturkritik, Betreiber des Labels Handsemmel Records, Mitglied der Cloud Appreciation Society und seit 2025 Bachelor der Geschichte.
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Autor Klaus Nüchtern mit seiner Neuerscheinung
© Eleonore Steigberger